Christian Kurtz: Automatisierung und Digitalisierung bringen unsere Zukunft voran.

04.03.2022
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Christian Kurtz ist seit 2018 Geschäftsführer bei Besecke GmbH & Co. KG. Wir haben im Interview mit ihm über das Unternehmen und Trends in der Automatisierung gesprochen.  

Besecke bringt die Zukunft in Bewegung – mit innovativen Systemlösungen für Industrie und Maritime Systeme.

Wie sind Sie zu Ihrem Unternehmen gekommen?

Ich bin bereits seit vielen Jahren im Bereich der industriellen Automatisierungstechnik tätig. Dieses Thema zieht sich wie ein roter Faden durch meinen Lebenslauf. Besecke selbst kannte ich schon seit 20 Jahren als regionalen Industrie-Automatisierungs-Dienstleister und Systemintegrator. Nun leite ich seit mehr als drei Jahren dieses spannende Unternehmen.

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Was bedeutet Automatisierung und was verstehen hier viele vielleicht falsch?

Zunächst ist das Thema Automatisierungstechnik ein besonderer Zweig der allgemeinen Elektrotechnik. Wir bei Besecke sind Dienstleister und Integrator im Bereich Elektrotechnik mit dem Schwerpunkt auf Industrie-Automatisierung.

Unsere Aufgabe ist – um es kurz & knapp zu halten – die Automatisierung von (branchenunabhängigen) Prozessen.

Leider wird bei Automatisierung häufig das Thema Arbeitsplätze im selben Atemzug genannt.

Genau das ist ein großes Missverständnis.

Die Automatisierung, die wir unseren Kunden heute anbieten, geht bereits weit über die einfache Steuerung von Prozessen hinaus. Cloud-Systeme, Visualisierungen und all diejenigen Aufgaben, die in den Bereich und Begriff Digitalisierung fallen, sind unser Kerngebiet.

Also die Bereiche, die Arbeit erleichtern und den Arbeitsplatz – ja, die Zukunft eines Unternehmens – innovativer gestalten sollen.

Welches ist der wichtigste Geschäftszweig von Besecke und warum?

Die Maritimen Systeme und die Fertigungsindustrie – unabhängig voneinander.

Die Anforderungen in beiden Bereichen sind von unterschiedlicher Natur:

Bei den Maritimen Systemen liegt der Fokus stark auf elektrotechnischer Energieerzeugung, der Energieverteilung und dem Energieverbrauch an Bord von Schiffen. Darüber hinaus sind Alarmierungs- und Sicherheitssysteme für den Schiffsbetrieb einschließlich Türzugangskontrollen, Kamerasysteme u.v.m. hier ein wichtiger Bestandteil.

In der Fertigungsindustrie sind wir Systemintegrator im Bereich System-Automatisierungstechnik. Hier bedienen wir allerlei Branchen, was diesen Aufgabenbereich sehr vielfältig gestaltet. Von der Erfassung des Energieverbrauchs über spezielle Visualisierungen und Methoden zur Energieeinsparung ist hier alles inbegriffen.

In den Bereichen Digitalisierung, Big Data und Daten-Transparenz arbeiten wir mit innovativen Startups zusammen, die Cloud-basierte Systeme sowie Anwendungen für mobile Endgeräte entwickeln.

Welche Trends zeichnen sich derzeit ab?

Energie-Effizienz spielt eine immer größere Rolle: Ich weiß in der heutigen Zeit, zu welchem Zeitpunkt ich wie viel Energie verbrauche. Das ermöglicht vorausschauendes Handeln und die Möglichkeit, sinnvolle Maßnahmen zu ergreifen.

Daten, Daten, Daten: Heute heißt es nicht mehr „Wie komme ich an Daten?“, sondern „Was mache ich mit meinen Daten?“. Es gibt Applikationen zur Datenmessung, zum Abgleich und der Datenanalyse. Ebendiese Analyse ist der Dreh- und Angelpunkt unserer Zeit – und unserer Arbeit bei Besecke. Wir leiten aus solchen Messungen Lösungen für Kunden ab – „Predictive Maintainance“ ist hier das Schlagwort. Oder es ermöglicht unseren Kunden, ihren Energiebedarf zu optimieren und ihren CO2-Ausstoß zu reduzieren.

Zukünftig wird es möglich sein, den Energiebedarf von Produkten ziemlich transparent darzustellen. Ich glaube, dass wir künftig auch ein Energielabel auf Produkten finden werden und ich gehe davon aus, dass dieses Wissen zu mehr Akzeptanz bei Verbrauchern führen wird.

Unverpackt-Läden beispielsweise funktionieren, weil es den Leuten wichtig ist, die Verpackungen und auch die Energie für die Produktion möglichst gering zu halten.

Auch Veränderungen in den Ernährungsgewohnheiten hängt beispielsweise nicht nur mit dem Punkt Tierwohl zusammen. Auch Energieeinsparung bzw. die Reduktion von Energieaufwand spielen hier eine große und wichtige Rolle.

Was verstehen Sie unter Innovation?

Dass man kontinuierlich daran arbeitet und persönlich daran interessiert ist, sich selbst und sein Umfeld weiterzuentwickeln. Weil wir nur so im internationalen Umfeld wettbewerbsfähig sein können.

Innovation ist etwas, das man als Unternehmen fördern, aber nicht diktieren kann. Jedoch kann jedes Unternehmen ein Umfeld schaffen, das es Mitarbeitern erlaubt, innovativ zu sein.

Wenn wir nicht innovativ sind, werden wir nicht nur von Wettbewerbern und vom Markt überholt, sondern müssen dabei zusehen, wie immer mehr Firmen ins Ausland abwandern. Bestehende Produkte müssen kontinuierlich weiterentwickelt werden.

Wir müssen den Innovationsvorsprung halten.

Auch Innovationen für das Mitarbeiterwohl sind von großer Wichtigkeit für Deutschland. Ich nenne hier agile Arbeitsmethoden, Elternzeit, flexible Arbeitszeiten und Arbeitsorte, die Option, 30 Tage Urlaub nehmen zu KÖNNEN und vieles, vieles mehr.

Sie sind auch im Bereich E-Mobility tätig, richtig?

Im Bereich Ladeinfrastruktur haben wir eine spannende Lösung auf den Markt gebracht, weil wir festgestellt haben, dass immer mehr Unternehmen – aber auch das Bauwesen – Parkplätze für Elektroautos einrichten. Nicht nur ein paar – sondern sogar eine ganze „Etage“, eine ganze Menge an Parkplätzen: Je mehr einzelne Parkplätze ich elektrifiziere, desto ungünstiger ist es, das mit einzelnen Wallboxen aufzubauen.

Wir haben eine Anlage geschaffen, die zentrales Energiemanagement beinhaltet. Das heißt kurz gesagt, dass alle Parkplätze mit Ladestrom versorgt werden, ohne das Netz zu überlasen. Dieses inkludiert die Versorgung aller Plätze mit Energie sowie die Möglichkeit, alle Plätze einzeln abzurechnen. Wir sind uns für die Zukunft sicher: Das “Flottenladen” ist immer mehr im Kommen und wird sich durchsetzen. Langfristig sehen wir sogar, dass das Auto mit seiner Batterie als Energiespeicher im Gesamtnetz fungiert.

Arbeiten Sie mit Startups zusammen?

In unserer Region arbeiten wir mit Wirtschaftsförderungsgesellschaften, Instituten und Hochschule zusammen – darüber entsteht oftmals der Kontakt zu Startups.

Wir haben schon mehrfach mit Startups zusammen an unseren Demonstratoren gearbeitet. Konkrete Anlagen eigenen sich gut, um innovative Ideen auszuprobieren. Die Ideen der Startups sind auch meist sehr gut, oft fehlt aber der praktische Einsatz.

Wir merken, dass Startups, die natürlich keine 75-jährige Historie haben, mit einer gewissen Offenheit an Themen herangehen und andere spannende Ansätze entwickeln und leben. Das gefällt uns.

Welche Tipps würden Sie jungen Unternehmer:innen mitgeben?

Macht das, woran ihr Spaß habt.

Freude und persönliche Motivation sind so wichtig. Macht nichts, nur weil ihr glaubt, es tun zu müssen oder weil ihr annehmt, es sei wichtig. Das bedeutendste ist, hinter dem zu stehen, was man arbeitet und dass man es Tag für Tag gerne tut. Damit kommt der Erfolg automatisch.

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