VOM PROFI – FUSSBALLER ZUM UNTERNEHMER

MARCELL JANSEN ÜBER DIE ZUSAMMENARBEIT MIT STARTUPS

Marcell, schon während deiner aktiven Profi- Karriere hast du dich mit der StartUp Branche beschäftigt. Heute bist du selbst Gründer und Unternehmer, der mit StartUps kooperiert.

Was fasziniert dich so an der StartUp Szene?

Gründer agieren schnell und flexibel. Sie haben den Mut, neu zu denken und Regeln zu brechen – das tut v.a. Deutschland gut. Wir neigen dazu, uns mit dem Status quo zufrieden zu geben. Aber das sollten wir nicht, wir sollten immer weiter machen. Dafür brauchen wir junge, dynamische Denkweisen – wie StartUps sie haben – und müs- sen diese mit älteren Konzepten verbinden.

„Unternehmer sind die Leistungssportler des Alltags.“

Wo gibt es Parallelen zwischen Startups und dem Profi-Fußball?

ch habe Wertschätzung für alle Sportarten und jedes Ehrenamt. Parallelen sind harte Arbeit und Selbstreflexion nach Niederlagen aufstehen. Wirtschaftlicher und menschlicher Erfolg sind sehr unterschiedlich und beides ist wichtig und sehr unterschiedlich. Beide Faktoren lernt man auch auf harte Weise im Sport, man lernt viel über sich und über andere.

Egal, in welcher wirtschaftlichen Lage man sich befindet: Man verliert oft das „Why“. Wir sitzen alle im gleichen Boot, wir sollten nicht auf andere zeigen, ohne zu wissen, wie es an deren Platz ist.

Der Sport vermittelt wichtige Dinge: Fairness, gutes Miteinander, Team-Kameraden, Energie richtig zu bündeln und Energien rauslassen, Sport hat enormen Mehrwert für Gesellschaft.

Wie hast du dir als Gründer dein eigenes Netzwerk aufgebaut?

Ich habe früh gemerkt, dass man als Sportler schnell in Kreisen von Investoren oder Geschäftsführern von großen Unternehmen Fuß fasst. Einfacher und direkter kommt man nicht an Informationen. Ich habe viele Fragen gestellt, und es als „Nebenstudium“ zu meiner eigentlichen Tätigkeit verstanden.

Dabei habe ich große Begeisterung für das Unternehmertum und Menschen entwickelt, die Arbeitsplätze schaffen. Genau das wollte ich auch erreichen und habe deshalb fleißig meine Kontakte gepflegt, woraus sich auch viele Freundschaften entwickelt haben.

Warum ist es wichtig, als Gründer mit Unternehmen in Kontakt zu treten?

Ich habe es selbst erfahren: Wenn du auf gestandene Unternehmen triffst, lernst du, Kompetenzen besser einzuschätzen und siehst, was dir fehlt oder wo du aktuell noch nicht vorankommst. Als Gründer kann man in sehr vielen – gerade auch fachfremden – Bereichen von den Erfahrungen und Ressourcen der KMU profitieren.

Als Gründer würde ich zu 100% wieder den Kontakt zu gestandenen Unternehmen suchen.

Und was haben die Unternehmen davon?

Nehmen wir das aktuelle Beispiel Pandemie: Hygiene wird plötzlich das große Thema, Mittelständler geraten unter Druck, bekommen harte Auflagen und müssen schnell gute Lösungen

finden. Gerade in solchen Situationen sind junge Unternehmen, Digitalisierung, Automatisierung und ein Neudenken eine Bereicherung. Daraus können sich viele Synergien ergeben.

Wie überzeugt man dich von einer Geschäftsidee?

Für mich war zunächst wichtig, mich klar zu positionieren, da es so viele Bereiche und Unter- nehmen gibt. Mein klarer Fokus ist Health bzw. Healthcare. Dazu zu passen ist die erste Voraussetzung die StartUps erfüllen müssen, um für mich interessant zu sein.

Um die Idee zu bewerten, frage ich mich dann: Würde ich es selber nutzen? Würde es in meinem Leben einen Platz finden? Ich möchte selbst den Mehrwert eines Produktes sehen und nicht einfach auf Erfolg hoffen oder es als reine Geldanlage sehen.

Und an erster Stelle möchte ich wissen, warum die Gründer es machen und wo sie den Mehrwert sehen. Was ist ihre Motivation hinter ihrem Unternehmen? Der Mensch ist mir sehr wichtig, da das Zwischenmenschliche in der Zusammenarbeit passen muss.

Du lebst ja auch gute Ernährung z.B. mit deinem Restaurant im Europa-Center mit Steffen Henssler – was war deine Motivation hierfür?

Ich habe mich erschrocken, als ich gesehen habe, was wir in Deutschland und auf der ganzen Welt zu uns nehmen. Junkfood – das Wort Müll steckt ja schon drin. Durch diese Ernährung ist man anfälliger für Krankheiten, weil das Immunsys- tem darunter leidet. Das ist kein Vorwurf an die Menschen, sondern an das Angebot. Gutes Essen muss nicht teuer sein, aber in Relation stehen. Auch ich habe nach meiner Profi-Karriere gese- hen, wie schwer es ist, sich im normalen Alltag gut zu ernähren.

Auch gesundes Fastfood muss möglich sein. Durch meine Reisen habe ich Vieles kennenge- lernt und wollte das in diesem Fusion-Restaurant als Konzept anbieten: cool, lecker, bunt, gesund und unkompliziert. California Street-Kitchen.

Dein Appell an alle Gründer da draußen?

Liebe Gründer, lasst uns zusammenarbeiten, lasst uns gemeinsam Probleme lösen.

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