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29. Juni 2022

SENNEBOGEN: vom Landmaschinenhersteller zum Qualitätsführer

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MOVE BIG THINGS. Bereits der Claim auf ihrer Website lässt erahnen: Hier passiert Großes.

Und das wortwörtlich, denn das Unternehmen SENNEBOGEN hat sich seit der Gründung vor 70 Jahren vom Landmaschinenhersteller zum Qualitätsführer entwickelt. Nicht nur ihre markanten und auffallend grünen Maschinen stechen aus der Menge heraus – auch ihr Sinn für Innovation & Nachhaltigkeit. Im Interview mit Erich Sennebogen haben wir über dieses spannende Unternehmen und seine fortschrittlichen Ansätze gesprochen.

Herr Sennebogen, was macht ihr Unternehmen als Familienunternehmen aus?

Die Geschichte unseres Familienunternehmens, das unser Vater 1952 gegründet hat, die 70-Jahre-Erfolgsgeschichte, eine starke Familie sowie die Bereitschaft der dritten Generation, aktiv in das Unternehmen einzutreten.

Dazu kommt unsere Begeisterung, mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern täglich kreative Lösungen für unsere Kunden zu erarbeiten. Keine Shareholdermentalität, sondern Familie und Unternehmen first.

Was ist das Besondere an Ihren Produkten?

Besonders augenscheinlich sind unsere Produkte durch die markante grüne Farbe – Sinnbild für Leistungsstärke, hohe Effizienz und Wirtschaftlichkeit. Diese drei Punkte vereint beispielsweise unser Hybridsystem – wahlweise der Elektroantrieb und zukünftig auch mit Akkupowerantrieb.

Wir bieten für alle Einsätze die optimale Lösung an: vom 18 Tonnen Umschlagbagger bis hin zum 420 Tonnen schweren Materialumschlaggiganten zur Be- und Entladung größter Seeschiffe.

Auch individuelle Kundensonderwünsche werden realisiert. Im Kranbereich bieten wir Gitterausleger- und Teleskopkrane mit bis 300 Tonnen Traglast. Alle Geräte sind hochwertige Qualitätsprodukte Made in Germany.

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Welche Trends zeichnen sich in Ihrer Branche ab? Wie reagieren Sie darauf?

Auch in der Bau- und Industriemaschinenbranche sind Effizienzsteigerung – mehr Material bewegen bei weniger Verbrauch sowie mehr CO2 Einsparung – ein großes Thema.

Der Nachfrage nach umweltfreundlichen alternativen Antrieben bis hin zu elektrischen Antrieben mit Zero Emission ist groß. Zukünftig werden wir uns bei SENNEBOGEN auch mit dem Thema Wasserstoff als Antriebstechnologie beschäftigen.


Des Weiteren wird die Gerätesteuerung komfortabler und digitaler. Sie bietet mehr Fahrerkomfort, individuell einstellbare Fahrerprofile, Touchdisplays sowie Assistenzsysteme, die den Fahrer entlasten und die Sicherheit erhöhen. Zu diesen Assistenzsystemen zählen beispielsweise Rundumkamerasysteme, Arbeitsbereichsbegrenzungen und Überlastabschaltungen.

Mit unserem SENtrack System können wir unsere Maschinen überwachen, mögliche Fehler diagnostizieren und eine vorbeugende Wartung einleiten.

Welche Märkte sind für Sie besonders wichtig und warum?

Maschinen von SENNEBOGEN trifft man eigentlich auf der ganzen Welt.

Die Hauptmärkte definieren sich dabei aus der Anwendung unserer Produkte. Vorwiegend zählen Deutschland und Europa – gefolgt von Nordamerika, Südamerika und dem Asia – Pazifikraum – zu unseren primären Märkten.

Wir arbeiten in den Ländern und Regionen mit regionalen Vertriebs- und Servicepartnern. In den USA unterstützen wir zudem durch ein eigenes Unternehmen. Auch in Singapur sind wir mit einem SENNEBOGEN-Unternehmenssitz präsent.

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Herr Sennebogen, was bedeutet für Sie Innovation?

SENNEBOGEN investiert stark in zukünftige Technologien – in Kürze ziehen wir in unser neues Entwicklungs- und Technologiezentrum. Es sind aber immer die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die engagierten Spezialisten, die in einer innovationsgetriebenen Umgebung die Produkte von morgen entwickeln.

Wir leben Innovation aktiv: Das beginnt bei uns bei der Geschäftsleitung über die Entwicklung und den Vertrieb bis hin zur Produktion in allen Bereichen. Regelmäßig werden wir von Wirtschaftsmagazinen als sehr innovatives Unternehmen bewertet.

Was war eine besondere Innovation bei Ihnen?

Unser Hybridsystem mit mehr als 30% Energieeinsparung, und das als innovatives aber einfaches und robustes System mit bewährten Komponenten.

Man neigt dazu, politischer Euphorie zu folgen: Nur noch Elektro und Batterie sind in den Köpfen der Menschen verankert. Nicht nur in neuen Technologien finden sich Quellen für Innovation, auch bestehende Technologien haben noch sehr viel Potenzial! Man muss nicht immer nur Neues entwickeln oder sich komplett von Bewährtem trennen, nur in der Hoffnung, dass alles besser wird.

Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit für Sie?

Eine große Rolle.

Für uns ist es ein hohes Ziel, unsere Maschinen immer effizienter und leistungsstärker zu machen. Wir wollen mehr Materialhandling bei weniger Energieeinsatz. Da kann man einiges tun – und daran arbeiten wir intensiv.

Was unser Unternehmen betrifft forcieren wir besonders die Eigeninitiative. Zudem legen wir einen großen Fokus auf regenerative Energien wie großflächige Photovoltaik-Anlagen, die Kühlung über das Grundwasser, die Heizung über nachwachsende Rohstoffe als auch die energiesparende Beleuchtung über LED-Lampen. Wir vermeiden übermäßigen Energieverbrauch und schauen in allen Bereichen, wie und wo wir Energie einsparen können.

Wir sehen Nachhaltigkeit als unternehmerische Aufgabe und machen uns allesamt Gedanken darüber. Die gesamte Führungsetage zieht beim Thema Nachhaltigkeit bei SENNEBOGEN mit.

„Regional vor der eigenen Türe kann man am meisten bewegen.“

Wo genau findet Digitalisierung in Ihrem Unternehmen Einzug?

Digitalisierung findet praktisch in allen Unternehmensbereichen statt. Unsere wachsende IT-Abteilung betreut die implementierten Programme und Systeme. Sie programmiert jedoch auch selbst maßgeschneiderte Programme – ganz nach den Anforderungen aus den verschiedenen Abteilungen. So zum Beispiel haben wir seit längerem bereits einen papierlosen Einkauf, digitale Auftragsbearbeitung und –verwaltung, ein ERP-System sowie verschiedene Kommunikationssysteme.

Arbeiten Sie bereits mit Startups zusammen?

Bis jetzt noch nicht. SENNEBOGEN ist sehr technisch ausgerichtet. Wir haben bis jetzt leider noch nicht das passende Match gefunden, das uns wirklich effektiv unterstützen kann. Wir sind jedoch stets daran interessiert, uns Ideen aus den Bereichen Elektronik, Software, Produktion, Digitalisierung Logistik, Umweltorientierung/Nachhaltigkeit/Co2-Neutralität und Prozesstechnik anzuhören.

Warum sind Sie Mitglied bei THE GROW?

Durch Zufall: Durch die Einladung zum Entrepreneurs Lunch mit Christian Lindner.

Die Dynamik, die die beiden Chairmen Bernhard Schindler & Gerold Wolfarth an den Tag legen ist begeisternd, das ganze Konzept mit der Startup Plattform sehr interessant. Ein Grund ist, dass man hier ein enormes Netzwerk in der DACH-Region hat, wenn man mal auf der Suche nach einem Startup oder einer spannenden Verbindung ist.

Das Zusammenführen von Entrepreneuren und der gesamte Spirit: THE GROW ist einfach eine sehr gute Bewegung – gerade in der heutigen Zeit.

Was wünschen Sie sich von Wirtschaft & Politik?

Unser Wunsch an die Politik ist relativ einfach: Lasst die Wirtschaft wirtschaften.

Die überbordende Bürokratie zerstört viel an Wirtschaftspower und wirkt mehr und mehr demotivierend. Was die deutsche Wirtschaft leistet – der Wohlstand und das Sozialsystem, das daraus gespeist wird – darum beneiden uns viele in der Welt. Leider wird es immer schwieriger und aufwendiger, diese Motivation und Höchstleistung aufrecht zu erhalten. Ausufernde Parlamente, das Aufblähen von Ministerien und Verwaltungen in allen Bereichen: all das führt zu extrem steigender Bürokratie und zu extrem steigenden Staatsausgaben.

Das Auseinanderdriften von Politik und Wirtschaft behindert die Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Deutschland.  Die Geschwindigkeit in Deutschland sinkt und die Reibungsverluste steigen. Viele Unternehmen sind auch aus diesem Grund ohne Nachfolger und verschwinden unwiederbringlich.


„Wirtschaft ist nicht alles, aber ohne Wirtschaft ist alles nichts.“

Erich Sennebogen Senior

THE GROW ist da ein erfrischender Gegenpol.

Wenn Politik sich nicht als flankierender Begleiter begreift, dann ist das äußerst bedenklich. Gründungen sind so schwer und aufwendig. Es ist dramatisch, mit welchen Themen sich die Politik beschäftigt, wohingegen wertschöpfende Themen vernachlässigt werden. Wir müssen Politik und Wirtschaft zusammenbringen, das ist wichtig und das finde ich auch bei THE GROW gut.

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