startups vs corona

3. Februar 2022

Startups und Corona: Eine Abrechnung

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Als hätten Startups nicht schon genug Herausforderungen und Hürden, die es zu überbrücken gilt, so kam Anfang 2020 auch noch die Corona-Pandemie auf sie zu.

Aber nicht nur kleine, nein – Unternehmen aller Art und Größe – haben mehr oder weniger an der Corona-Krise zu beißen.

Nach wir vor hat sie zahlreiche Unternehmen fest im Griff und treibt sie in existenzielle Nöte.

Vor allem Startup Unternehmer:innen müssen in diesen Zeiten wahrlich zu kämpfen haben – oder nicht?

Ist vielleicht gar das Gegenteil der Fall? Besteht sogar die Möglichkeit, dass die Schäden bei frisch gegründeten Unternehmen gar nicht so verheerend waren, wie man annehmen würde?

Gibt es eine oder gar mehrere Startup-Sparten, die vielleicht sogar von den Auswirkungen der Corona-Krise profitieren konnten?

Wir sind dem auf den Grund gegangen. Die Ergebnisse haben uns mehr als verblüfft.

Zahlen sprechen mehr als Worte: Die harten Fakten über die Jahre

„Das Startup-Ökosystem steht angesichts der Coronakrise vor einem massiven Sterben“

Christian Miele, Präsident des Bundesverband Deutsche Start-ups auf www.wiwo.de

2019: Ein Jahr in dem wir auf unsere Startup Anzahl wirklich stolz sein können: circa 70.000 Startups misst der kfW-Report hier in Deutschland.

2020: Auf den Beginn der Corona-Krise folgt eine Bankrott-Welle der Startups. Die stolze Zahl von 70.000 sinkt und sinkt. Der kfW-Report misst nur noch an die 47.000 Jungunternehmen. Damit ist die Zahl in nur einem Jahr um knapp 33% gesunken.

Laut dem Bundesverband Deutsche Startups (2020a) waren Ende März 2020 neun von zehn Startups negativ von den wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise betroffen. 62,0 % der deutschen Startups verzeichnen dabei eine immens starke Beeinträchtigung. 80% der deutschen Startups fürchteten sogar um ihre Existenz.

Im Vergleich zum Rückgang der Startups insgesamt blieb die Zahl der Venture Capital-affinen Startups – mit 8.600 dagegen überraschend stabil. 2019 lag die Zahl noch bei 9.400.

2021: Dem Bitkom Startup Report 2021 kann entnommen werden, dass lediglich 6% aller befragten Tech-Startups (n=201) im Jahr 2021 gegründet wurden. Die Zahl war zuletzt 2015 auf einem solch niedrigen Niveau. Im Vergleich: 2019 lag sie noch bei 20%.

Ganzen 16% der befragten Startups droht durch die Corona-Pandemie Insolvenz.

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Es gibt auch Licht am Ende des Tunnels für Startups: Das Corona-Maßnahmenpaket 2020

Bereits kurz nach Beginn der Corona-Pandemie versprach die Bundesregierung umfassende Startup-Hilfen: Am 01.04.2020 verkündeten Olaf Scholz und Peter Altmaier, dass Startups 2 Milliarden Euro in Form eines maßgeschneiderten Corona-Hilfsfonds erhalten sollen.

Für Gründer:innen von nicht durch VC finanzierten Startups ein Grund zum Aufatmen. Oder erstmal doch nicht?

Die gesamte Prozedur und Umsetzung ging in den einzelnen Bundesländern nur schleppend voran. Das Maßnahmenpaket der Bundesregierung teilte sich in zwei Säulen auf.

Die erste dieser Säulen richtete sich an Startups, die bereits durch VC finanziert wurden oder eine solche Finanzierung zu diesem Zeitpunkt planten.

Die zweite Säule hingegen zielte auf Startups ab, die zum damaligen Zeitpunkt noch nicht durch Venture Capital-Fonds finanziert wurden.

In den meisten Bundesländern sind die Programme für die zweite Säule dann im Spätsommer 2020 gestartet – auch wenn es bis dahin eindeutig ein langer Weg war.

Wie sehen Startup Unternehmer:innen die Corona-Pandemie, ihre Auswirkungen und die politischen Maßnahmen zur Unterstützung?

Auch hier liefert der Bitkom Startup Report 2021 klare Ergebnisse.

87% der befragten Startups sind der Meinung, dass sich staatliche Hilfsmaßnahmen zu stark an den Bedürfnissen von Konzernen und Mittelständlern orientieren sowie zu wenig an denen von Startups. Ganze 54% fühlen sich sogar von der Politik im Stich gelassen.

55% der Startup Unternehmer:innen finden zudem, dass es durch die Pandemie schwieriger geworden ist, passende Investoren zu finden.

„Die Corona-Krise brachte hohe Belastungen für Selbstständige und Unternehmen mit sich, die wirtschaftliche Unsicherheit ist dabei deutlich gestiegen”

KfW-Chefvolkswirtin Fritzi Köhler-Gelb auf www.tagesschau.de

Beim genauen Betrachten des Reports fällt jedoch ein weiterer wichtiger Punkt ins Auge: Viele Startups können auch von positiven Entwicklungen berichten. So gaben 40% der befragten Tech-Startups an, von der Corona-Krise profitiert zu haben. Ganze 42% haben laut eigenen Aussagen mit ihren Produkten den Kampf gegen das Virus unterstützt – ein klarer Beweis, wie wichtig Startups und ihre innovativen Ideen für uns sind!

Haben also besonders Tech-Startups Glück gehabt?

Ja, denn Digitalisierung ist und war eines der zentralen Themen der Corona-Krise.

Die Finanzierung der 100 größten deutschen Tech-Startups hat sich 2020 deutlich verbessert. Seit ihrer Gründung erhielten sie zusammengerechnet 13,7 Milliarden US-Dollar an Investorengeldern. Das bedeutet eine Steigerung um 3,7 Milliarden US-Dollar – 37% – im Vergleich zu 2019.

Die Corona-Krise hat dafür gesorgt, dass die digitale Transformation voranschreiten musste. Durch dieses Muss gab es viele Bereiche, die – sowohl im eigenen Zuhause als auch in Büros – digitaler, funktionaler und innovativer gestaltet wurden. Vom voll ausgestatten Home Office, mit der Möglichkeit zur digitalen Kommunikation durch diverse Software-Anbieter, bis hin zum digitalen, betrieblichen COVID-19 Management.

Unser THE GROW Entrepreneur Patrick E. Hofmann schafft mit seinem Unternehmen DNA4GOOD GmbH genau DAS. Durch passgenau erstellten Leistungsangebote ermöglichen sie eine Zusammenarbeit in der neuen Normalität und eine sichere und schnelle Rückkehr in den Arbeitsalltag.

Auch Golixxo – die Software-Lösung unseres THE GROW Entrepreneurs Andre Braun und seines Co-Founders Marko Krämer – ist eine beispielhafte Tech-Gründung ganz im Zeichen der digitalen Transformation in Zeiten von Corona. Die innovative und fortschrittliche Software-Lösung der beiden jüngsten Gründer Deutschlands setzt neue Maßstäbe für die unkomplizierte und effiziente Interaktion in und mit Unternehmen. Damit werden sie definitiv zur Konkurrenz der US-Riesen MS Teams und Google Workspace. 

Kakerlaken sind Überlebenskünstler – auch in der Pandemie

Nicht nur Tech-Startups hatten in der Pandemie mehr Glück als andere. Auch die Kakerlaken-Startups haben sich bewährt.

Als Kakerlaken Startups bezeichnete Dave McClure 2013 – laut Sikander Hauser -„widerstandsfähige Unternehmen, die weder glamourös noch aufstrebend sind“. Gemeint sind damit Überlebenskünstler- Startups, die auf nachhaltiges und stetiges Wachstum ausgerichtet sind.

Besonders im Zuge von Corona mussten – wie oben bereits erwähnt – zahlreiche Jungunternehmen ihre Kosten senken, negative Beeinträchtigungen durch die Pandemie erleiden oder gar um die weitere Existenz ihres Unternehmens fürchten.

Ein Vorteil der Kakerlaken-Startups ist, dass sie deutlich schwächer von den Folgen der Pandemie getroffen wurden. Dadurch hatten sie mit Senkungen und Regressionen wesentlich weniger Schwierigkeiten und konnten/können die Pandemie weitaus unbeschadet überstehen.

Wie aber können wir mehr Startups fördern, unterstützen und voranbringen?

Startups und der deutsche Mittelstand in Zeiten von Corona: Zusammen stärker

Laut dem Bitkom Startup Report 2021 gingen 76% der befragten Tech-Startups Kooperationen mit etablierten Unternehmen ein. 54% der Gründer:innen entwickelten gemeinsam mit diesen Unternehmen neue Produkte und Dienstleistungen.

Die Kooperation mit Startups kann bei Mittelständlern die Digitalisierung und die Produktentwicklung vorantreiben und sie bei der Weiterentwicklung ihres Geschäftsmodells unterstützen. Sie kann sie vor Insolvenz, Engpässen und fehlendem Kaufverhalten der Kundschaft bewahren. Im ersten Schritt beispielsweise durch das Angebot der Produktpalette im Online-Handel oder auf einer eigene B2C-Website.

In der heutigen Zeit sind reibungslose Abläufe, erstklassige Kundenkommunikation und stetige Entwicklung & Verbesserung wichtiger denn je.

Auch Logistik, Produktion, Kundenkommunikation sowie die Kommunikation mit Mitarbeitern können durch Startup-Lösungen innovativer, nachhaltiger und fortschrittlicher gestaltet werden.

Hier kommt THE GROW ins Spiel

THE GROW ist eine Initiative für mehr Innovation. Wir möchten die Wirtschaft, unsere Unternehmen und Gründer aktiv unterstützen und innovative Technologien im DACH-Raum halten. Um das zu erreichen, führen wir Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft zu einem Erfahrungs- und Wissensaustausch zusammen.

Die Mission von THE GROW ist es, Europa als Innovations-Standort zu stärken und Startups auch hier bei uns die bestmöglichen Chancen bieten. Unsere Plattform vereint Unternehmer:innen, Gründer:innen & Investor:innen vielseitiger Branchen und Expertisen in einem allumfassenden, dynamischen System.

Wir verbinden Startups und den Mittelstand, sorgen für Transparenz und Verständnis und schaffen Kooperationen von jungen und bereits etablierten Unternehmen. Damit sie auch eine weltweite Pandemie mit einem starken Partner an ihrer Seite meistern können.

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